GESCHICHTE DES TIERHEIMS

Alles begann im April 2012. Damals wussten wir noch nicht, dass dieses Datum das Schicksal von Tausenden von Hunden für immer verändern würde.

 

Auf den Gleisen fanden wir einen Welpen. Ein Zug hatte ihr die Beine abgetrennt – klein, hilflos und zum Sterben zurückgelassen. Uns war klar: In Kazan hatte ein solcher Welpe kaum eine Chance, ein Zuhause zu finden. Doch aufgeben kam für uns nicht infrage.

Wir wandten uns an zahlreiche Tierschutzorganisationen und baten verzweifelt um Hilfe, um für dieses besondere Mädchen ein Zuhause zu finden. Nur eine einzige Antwort erreichte uns – aus Deutschland. Die Organisation „Arkona Arche“ reichte uns die Hand, nahm den Welpen auf und schenkte ihr das, wovon wir selbst kaum zu träumen wagten: eine liebevolle Familie und ein neues Leben.

 

Von diesem Moment an begann unser gemeinsamer Weg. Seit nunmehr 13 Jahren gehen wir ihn zusammen und retten jene, von denen andere sich abgewandt haben.

Die Idee zum Bau eines Tierheims

Mit der Zeit begann eine enge Zusammenarbeit mit der Organisation, die uns von Anfang an unterstützt hatte. Sie halfen uns nicht nur moralisch, sondern auch ganz praktisch – immer wieder standen sie uns zur Seite, wenn wir Hilfe brauchten.

Doch zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch kein eigenes Tierheim. Die geretteten Hunde mussten wir in einem verlassenen Schuppen unterbringen. Es war ein provisorischer Ort, fern von idealen Bedingungen, aber es war das Einzige, was wir ihnen bieten konnten. Später wurde auch dieser Schuppen abgerissen – und plötzlich standen wir vor einer existenziellen Frage: Wohin mit den Hunden?

Besonders schwer wog dabei die Tatsache, dass es in unserer Stadt kein einziges staatliches Tierheim gab, das hätte helfen können. Der Gedanke an den Bau eines eigenen Tierheims wurde unausweichlich. Die Situation war ernst, und die Zeit drängte.

Wieder wandten wir uns an unsere Partnerorganisation – und sie zögerten nicht. Sie erklärten sich bereit, uns zu helfen und den Bau eines Tierheims in der Stadt zu unterstützen.

So entstand aus der Not heraus eine Hoffnung. Und aus Hoffnung ein Plan.

Video: Das Projekt zum Bau eines Tierheims

Die Organisation startete eine großangelegte Spendenaktion, und viele Menschen reagierten darauf und unterstützten uns großzügig. Mitglieder der Organisation „Arkona Arche“ kamen sogar persönlich zu uns, um den Fortschritt des Baus zu sehen und uns tatkräftig zu beraten. Gemeinsam mit ihnen führten wir auch Präsentationen in der Stadt durch, um die Arbeit und das Projekt bekannt zu machen und weitere Unterstützer zu gewinnen.

Auf unserem Weg gab es viele Schwierigkeiten: bürokratische Hürden, fehlende Mittel und immer wieder unvorhergesehene Hindernisse. Doch wir gaben nicht auf. Schritt für Schritt, mit der Unterstützung unserer Partner und der engagierten Mitglieder von „Arkona Arche“, bauten wir das Tierheim auf – trotz aller Herausforderungen.

Das Projekt ist gelungen! Wir haben ein Tierheim!

Nach Jahren harter Arbeit, vieler Herausforderungen und großer gemeinsamer Anstrengungen ist unser Tierheim Realität geworden.

Heute stehen für die Unterbringung der Hunde insgesamt 30 Volieren zur Verfügung, in denen jeweils drei bis vier Hunde gemeinsam leben. Zusätzlich wurden 8 große Volieren gebaut, die den Hunden deutlich mehr Platz und Bewegungsfreiheit bieten. Ergänzt wird das Tierheim durch 4 warme Innenräume, die besonders in der kalten Jahreszeit von großer Bedeutung sind. Sie werden regelmäßig gereinigt, um Hygiene und die Gesundheit der Tiere sicherzustellen.

Für Katzen wurde ein separates Katzenzimmer geschaffen, das speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist. Ein besonderes und sehr wichtiges Projekt ist das Invalidenhaus, das vor vier Jahren errichtet wurde. Dort leben derzeit 4 Hunde und 12 Katzen mit Behinderungen, die in ruhiger Umgebung besondere Pflege, Aufmerksamkeit und Fürsorge erhalten.

Aktuell befinden sich 220 Hunde im Tierheim. Zusätzlich leben 12 Hunde und 1 Katze auf privaten Pflegestellen, wo sie individuell betreut werden.

Im Tierheim arbeiten vier feste Mitarbeiter, die täglich eine verantwortungsvolle und arbeitsintensive Aufgabe übernehmen. Die Versorgung der Tiere erfolgt nach klaren, festen Abläufen: Alle Bereiche werden täglich gereinigt, das Wasser regelmäßig gewechselt, die Hunde einmal täglich gefüttert und täglich ausgeführt.

Kranke Tiere oder Tiere in Behandlung erhalten eine tägliche medizinische Versorgung. In den Wintermonaten wird besonders auf die Witterung geachtet: Schnee wird aus den Volieren entfernt, und Stroh sorgt für Wärme und einen trockenen Liegeplatz.

Was einst nur eine Idee war, ist heute ein funktionierender, lebendiger Ort des Schutzes und der Hoffnung geworden.

In den 13 Jahren unserer gemeinsamen Arbeit ist es uns gelungen, tausenden Hunden ein Zuhause zu geben. Hier haben wir einige „Vorher-Nachher“-Bilder gesammelt, die Sie gerne durchblättern können. Sie können sehen, wie sehr sich das Leben dieser Hunde verändert hat und welche Freude sie jetzt erleben dürfen.